Ratgeber · Selbstständige und GmbH · Stand 24.10.2026
GmbH Steuern: Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Kapitalertragsteuer im Überblick
Eine GmbH zahlt auf ihren Gewinn 15 Prozent Körperschaftsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf sowie Gewerbesteuer nach dem Hebesatz der Gemeinde. Schüttet sie aus, fallen beim Gesellschafter Kapitalertragsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag an. Bei 100.000 Euro Gewinn und 410 Prozent Hebesatz liegt die Gesamtbelastung bei rund 48,6 Prozent, solange alles ausgeschüttet wird.
Hauptratgeber zum Thema Selbstständige und GmbH: Steuern für Selbstständige: Alle Steuerarten, Fristen und Vorauszahlungen im Überblick
| Körperschaftsteuer | 15 % (bis 2027), danach schrittweise bis 10 % ab 2032 |
|---|---|
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % der Körperschaftsteuer |
| Gewerbesteuer | 3,5 % Messzahl mal Hebesatz, kein Freibetrag |
| Abgeltungsteuer auf Ausschüttung | 25 % plus Solidaritätszuschlag |
| Gesamtbelastung im Beispiel | rund 48,6 % |
Frist-Leiste
Die nächsten vier Termine
- Gewerbesteuer, GrundsteuerVorauszahlung und Rate
- Freiwillige Erklärung 2022Antragsveranlagung
- Erklärung 2025 mit Berater28. Februar ist ein Sonntag
- Erklärung 2026 ohne Berater31. Juli ist ein Samstag
Stand: 25. Oktober 2026. Weitere Termine im Fristenkalender, die eigene Frist im Abgabefrist-Rechner.
Zwei Ebenen: Die GmbH und der Gesellschafter
Die GmbH ist eine eigenständige Steuerpflichtige. Ihr Gewinn wird zuerst bei ihr besteuert. Gelangt der Gewinn als Dividende zum Gesellschafter, folgt eine zweite Besteuerung. Wer Gewinne in der GmbH belässt, zahlt vorerst nur die erste Ebene.
| Ebene | Steuer | Satz |
|---|---|---|
| GmbH | Körperschaftsteuer | 15 % (§ 23 KStG) |
| GmbH | Solidaritätszuschlag | 5,5 % der Körperschaftsteuer |
| GmbH | Gewerbesteuer | 3,5 % mal Hebesatz |
| Gesellschafter | Kapitalertragsteuer (Abgeltung) | 25 % (§ 32d EStG) plus Solidaritätszuschlag |
Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag
Der Körperschaftsteuersatz beträgt nach § 23 KStG bis einschließlich 2027 15 Prozent. Danach sinkt er stufenweise: 14 Prozent im Jahr 2028, 13 Prozent 2029, 12 Prozent 2030, 11 Prozent 2031 und ab 2032 10 Prozent. Auf die Körperschaftsteuer erhebt der Staat 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, was zusammen 15,825 Prozent ergibt. Dieser Zuschlag fällt bei der GmbH ohne Freigrenze an. Die Körperschaftsteuer wird wie die Einkommensteuer in Vorauszahlungen am 10. März, Juni, September und Dezember erhoben.
Gewerbesteuer der GmbH
Die GmbH ist stets gewerbesteuerpflichtig. Anders als Einzelunternehmer erhält sie keinen Freibetrag von 24.500 Euro. Der Gewerbeertrag wird mit 3,5 Prozent zum Messbetrag und mit dem Hebesatz der Gemeinde zur Gewerbesteuer (§ 11 GewStG). Bei durchschnittlich 410 Prozent Hebesatz im Jahr 2025 ergibt das rund 14,35 Prozent des Gewerbeertrags. Eine Anrechnung auf die Einkommensteuer gibt es bei Kapitalgesellschaften nicht. Die Gewerbesteuer ist keine Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 5b EStG).
Besteuerung bei Ausschüttung an Gesellschafter
Dividenden unterliegen bei Privatpersonen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 32d EStG). Die GmbH behält die Kapitalertragsteuer ein und führt sie ab. Wer mindestens 25 Prozent der Anteile hält, oder mindestens 1 Prozent und beruflich für die Gesellschaft tätig ist, kann beantragen, statt der Abgeltungsteuer das Teileinkünfteverfahren zu nutzen. Dann sind 40 Prozent der Dividende steuerfrei (§ 3 Nr. 40 EStG), der Rest wird mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Der Antrag gilt für den Veranlagungszeitraum, für den er gestellt wird, und die vier folgenden, solange er nicht widerrufen wird (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). Nach einem Widerruf ist kein neuer Antrag mehr möglich. Ob er sich lohnt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab.
Beispiel: Gesamtbelastung bei 100.000 Euro Gewinn
Beispielrechnung, keine Steuerberatung. Eine GmbH erzielt 100.000 Euro Gewinn vor Steuern, der Hebesatz beträgt 410 Prozent, der Gesellschafter schüttet nach Steuern alles aus und zahlt Abgeltungsteuer. Kirchensteuer bleibt außen vor.
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Gewerbesteuer | 100.000 mal 3,5 % mal 410 % | 14.350 Euro |
| Körperschaftsteuer | 100.000 mal 15 % | 15.000 Euro |
| Solidaritätszuschlag | 15.000 mal 5,5 % | 825 Euro |
| Gewinn nach Steuern der GmbH | 100.000 minus 30.175 | 69.825 Euro |
| Kapitalertragsteuer | 69.825 mal 25 % | 17.456,25 Euro |
| Solidaritätszuschlag darauf | 17.456,25 mal 5,5 % | 960,09 Euro |
| Netto beim Gesellschafter | 69.825 minus 18.416,34 | 51.408,66 Euro |
Insgesamt werden 48.591,34 Euro besteuert, also rund 48,6 Prozent. Bleibt der Gewinn in der GmbH, liegt die Belastung bei 30.175 Euro, das sind 30,2 Prozent.
Dividenden von anderen Gesellschaften und Sparer-Pauschbetrag
Hält die GmbH selbst Beteiligungen, bleiben Dividenden bei der Körperschaftsteuer außer Ansatz, 5 Prozent davon gelten jedoch als nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 1 und 5 KStG). Beispielrechnung, keine Steuerberatung: Bei 10.000 Euro Dividende sind 500 Euro steuerpflichtig, darauf entfallen 15 Prozent Körperschaftsteuer (75 Euro) und 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (rund 4 Euro). Gewerbesteuerliche Besonderheiten bleiben hier außen vor und hängen unter anderem von der Beteiligungshöhe ab.
Privatpersonen können bei Kapitalerträgen den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr nutzen, bei zusammenveranlagten Ehegatten 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent, kann die Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG zu einer niedrigeren Steuer führen. Sie beantragen sie in der Einkommensteuererklärung.
Verluste der GmbH und Pflichten im Jahreslauf
Verluste bleiben in der GmbH. Sie lassen sich nicht mit Ihren privaten Einkünften verrechnen, wohl aber mit späteren Gewinnen der GmbH. Für die Körperschaftsteuer gilt § 10d EStG über § 8 Abs. 1 KStG: Der Verlustvortrag ist bis 1 Million Euro Gesamtbetrag der Einkünfte unbeschränkt abziehbar, darüber hinaus bis zu 70 Prozent des übersteigenden Betrags. Für die Gewerbesteuer gilt die gleiche Millionengrenze, aber ein Satz von 60 Prozent (§ 10a GewStG).
| Pflicht | Inhalt | Wann |
|---|---|---|
| Vorauszahlungen Körperschaftsteuer | vierteljährlich nach Vorauszahlungsbescheid | 10.3., 10.6., 10.9., 10.12. |
| Vorauszahlungen Gewerbesteuer | nach Bescheid der Gemeinde | 15.2., 15.5., 15.8., 15.11. |
| Umsatzsteuervoranmeldung | monatlich oder vierteljährlich | bis zum 10. Tag nach dem Zeitraum |
| Jahresabschluss | Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung | nach dem Handelsrecht, Fristen mit dem Berater klären |
| Steuererklärungen | Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer | für 2025 bis 31. Juli 2026, mit Berater später |
Der Gesellschafter-Geschäftsführer hat zusätzlich Lohnsteuer anzumelden, sobald er Gehalt erhält. Zahlt die GmbH Gehalt, mindert das ihren Gewinn und senkt Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, wenn es angemessen ist.
Weitere Pflichten und Fehler
Die GmbH ist bilanzierungspflichtig und muss neben der Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung einen Jahresabschluss erstellen. Typische Fehler sind überhöhte Gesellschafter-Gehälter und private Ausgaben über die GmbH, die als verdeckte Gewinnausschüttung gelten (§ 8 Abs. 3 KStG). Sie erhöhen das Einkommen der GmbH und führen zur Kapitalertragsteuer beim Gesellschafter. Prüfen Sie auch frühzeitig, ob die GmbH für Ihre Pläne die richtige Rechtsform ist. Wichtig sind dabei Gewinnhöhe, geplante Entnahmen und die Frage, ob Gewinne im Unternehmen bleiben sollen. Wer regelmäßig alles ausschüttet, zahlt auf zwei Ebenen. Wer Gewinne zunächst thesauriert, verschiebt die zweite Besteuerung in die Zukunft.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Die geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen ist nach dem Steuerberatungsgesetz Steuerberatern und weiteren zugelassenen Stellen vorbehalten. Für Ihre persönliche Situation klären Sie die Details mit einem Steuerberater.
Häufige Fragen
Wie viel Steuern zahlt eine GmbH?
Körperschaftsteuer von 15 Prozent mit 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf, also 15,825 Prozent, plus Gewerbesteuer nach dem Hebesatz. Bei 410 Prozent Hebesatz sind das zusammen rund 30 Prozent.
Sinkt die Körperschaftsteuer?
Ja. Nach § 23 KStG sinkt der Satz ab 2028 jährlich um einen Prozentpunkt auf 10 Prozent ab 2032.
Wie wird die Ausschüttung an Gesellschafter besteuert?
Mit 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Auf Antrag ist unter Voraussetzungen das Teileinkünfteverfahren möglich.
Hat die GmbH einen Gewerbesteuer-Freibetrag?
Nein, der Freibetrag von 24.500 Euro gilt nur für Einzelunternehmer und Personengesellschaften.
Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?
Vorteile, die die GmbH ihrem Gesellschafter zuwendet, ohne dass ein Fremder sie erhalten würde, etwa ein überhöhtes Gehalt. Sie mindern das Einkommen der GmbH nicht (§ 8 Abs. 3 KStG).
Sind Dividenden zwischen Kapitalgesellschaften steuerfrei?
Bei der empfangenden Körperschaft bleiben Dividenden bei der Körperschaftsteuer außer Ansatz, wobei 5 Prozent als nicht abziehbare Betriebsausgaben gelten (§ 8b Abs. 1 und 5 KStG). Bei der Gewerbesteuer können sich Abweichungen ergeben.
Quellen
- § 23 KStG, Steuersatz
- § 8 KStG, Einkommen
- § 4 SolZG, Zuschlagsatz
- § 11 GewStG, Steuermessbetrag
- § 32d EStG, Abgeltungsteuer
- § 3 EStG, Teileinkünfteverfahren
- § 4 EStG, Betriebsausgaben
- Statistisches Bundesamt: Gewerbesteuer 2025
- § 8b KStG, Beteiligung an anderen Körperschaften
- § 20 EStG, Einkünfte aus Kapitalvermögen
- § 10d EStG, Verlustabzug
- § 10a GewStG, Gewerbeverlust
Zuletzt geprüft am 24.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.